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Ausgezeichnetes Handwerk zurück

12. Februar 2020

Stefanie Hering, die Porzellandesignerin und Gründerin von Hering Berlin, ist ein großes Vorbild für viele Frauen, die im Bereich der Gastronomie (mit allen Begleitbranchen) Erfolg haben. Gerade hat sie das mit gleich zwei hohen Auszeichnung wieder bestätigt: Für ihre PalmHouse X Service-Kollektion hat sie soeben zwei bedeutende Designpreise erhalten. PalmHouse X wurde mit dem Dineus 2020 ausgezeichnet und darüber hinaus am vergangenen Wochenende mit dem Tableware International Award of Excellence in der Kategorie "Fine Dinnerware" preisgekrönt! Wir gratulieren

Mit der Colleciton PalmHouse X hat Stefanie Hering klassisch florale Motive der Porzellankultur radikal neu interpretiert. Denn anhand von Röntgenstrahlen werden diese floralen Motive völlig neu dargestellt. Das Ziel der Designerin: "Oft dienen Blüten oder Blütenblätter allein der Tischdekoration. Ich wollte weiter gehen: mit einem Dekor, das den Eindruck vermittelt, als speise man unmittelbar von Blüten."

Die Jury aus London: "Completely new, innovative interpretation of the wide range of traditional floral decorations. Great mix of luminosity and transparency of watercolours decorating unglazed bisque porcelain. The collection is really elegant and speaks of English excentricity." Sowas, dabei ist Stefanie Hering ja Wahl-Berlinerin - die können auch "excentric" sein!

Für Stefanie Hering, die neben anderen Auszeichnungen auch schon den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland erhielt, bedeutdiese beiden Preise für ihre neue Collection auf alle Fälle nicht nur eine Würdigung ihrer Arbeit. Sie sind auch Ansporn, "die Grenzen dessen, was mit dem Werkstoff Porzellan möglich ist, durch Experimente und Neuentwicklungen beständig zu erweitern."

Hinter dieser Collectiion steckt Historie, Erfahrung, modernste Technik und Kunsthandwerk

Tatsächlich hat sie mit dieser neuen Collection wieder einmal gezeigt, dass sie ihrem Ruf als Visionärin in der Entwicklung neuer Verfahren der Porzellanherstellung und - verfeinerung gerecht wird. Dafür hat sie allerdings auch zwei Jahre an der Entwicklung dieser neuen Collektion gearbeitet. Und es steckt eine Geschichte dahinter: Die unmittelbare Inspiration zu PalmHouse X, so Stefanie Hering, lag in den Cyanotypien von Anna Atkins (1799 – 1871): Die Botanikerin und Fotopionierin hatte 1843 ein Nachschlagewerk herausgebracht, für das Algenstrukturen mit einem eben erfundenen, blaugrundigen Lichtbildverfahren festgehalten wurden. Von Atkins‘ leicht abstrahierten Darstellungen inspiriert, fing Stefanie Hering an zu experimentieren, allerdings natürlich nicht mit den damalien Verfahren der Fotografie sondern mit modernster Technik. Mit Röntgenstrahlen probierte sie aus, welche Blüten sich überhaupt durchleuchten lassen, welche Strukturen sich dabei in den Aufnahmen manifestieren, und welche Art von Pflanzen für einen röntgen-gestützten Design-Prozess am besten geeignet sind. Das Resultat dieser jahrelangen Versuche von Stefanie Hering fußt akso auf auf Röntgenaufnahmen von Orchideen.

Die neue Collection hat aber auch die für hering Berlin bekannte Farbpalette in Blau-, Graubraun-, Erd- oder Edelmetall-Nuancen aufgebrochen. Bei dieser Collection regiert das Grüngrau „Sage“, das Orangerot „Coral“ und der Gelbton „Sun“. Und auch die Entwicklung der für dieses Dekor eingesetzten Farbstoffe ist Resultat aufwändiger Experimente, wie sie nur in einer Manufaktur möglich sind, in der sowohl Designer als auch Kunsthandwerker jahrzehntelange Erfahrung mit dem Werkstoff Porzellan und sämtlichen damit verbundenen Werkprozessen haben. 

Stefanie Hering über den Wert von Handwerk

Diese Prozesse und die Arbeit der Menschen dahinter sind auch der Grund, warum ich mich schon letztes Jahr mit Stefanie Hering in Berlin nicht nur über ihren Werdegang, sondern in ihrem Porträt (link zum Artikel) vor allem auch über den Wert von Handwerk unterhalten habe.

Mehr zu hering Berlin auch auf der Website der Manufaktur

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