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Alles Käse hier zurück

26. Februar 2019

Karen Schröder Berg hat einen eigenen „Stand“ für Käse, ein wenig Wurst und Antipasti in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz in Berlin. Insbesondere für ihre Käse kommen viele Kunden zum „GIOVANNIS“, die sonst eher nicht im Kaufhaus einkaufen. Wie das trotzdem ganz gut zusammenpasst, später. Das Geschäft hat sie gemeinsam mit ihrem Mann geführt, der im letzten Jahr verstorben ist. Dieser große emotionale Einschnitt hat sie aber nicht aus der Bahn geworfen, sondern inzwischen dazu gebracht, sich ihrer eigenen Stärken bewusst zu werden. Denn nicht umsonst, sind die Kunden schon immer beeindruckt davon, mit welcher achtsamen Haltung Karen Schröder Berg ihnen ihre Produkte verkauft.

 

Bildrecht Titelbild. Lotte Ostermann Portraitfotografie

Das GIOVANNIS gab es ja schon „vor dir“. Es gehörte deinem Mann und du haben ihn als Kundin kennen gelernt?

Ja, das war vor 20 Jahren. Mein Mann, der deutlich älter war als ich, hatte ursprünglich mal Schriftsetzer gelernt, hatte später eine eigene Firma im Bereich der Druckindustrie und war Manager in einem grossen deutschen Konzern. Doch dann wurde ihm alles zuviel, er verkaufte die Firma, und erwarb dafür in der Toskana einen Bauernhof, restaurierte das Haus darauf von Grund auf und lernte als letzten Beruf noch Olivenbauer. Und irgendwann fing er mit seinem eigenen Olivenöl einen Handel an – daraus ist dann GIOVANNIS entstanden. „Giovanni“, das war natürlich mein Mann Hans – den in Italien aber alle nur Giovanni genannt hatten.

Ihr habt Euch in Italien kennen gelernt? 

Nein, das war, als er mit dem Handel schon wieder nach Berlin zurückgekommen war. Ich war tatsächlich erst einmal Kundin bei ihm – und irgendwann ist über die Liebe zu den Produkten auch unsere Liebe entstanden und so bin ich seit 18 Jahren „Frau GIOVANNI“. Da ging die Liebe doch wortwörtlich durch den Magen! Das kann man so sagen. Doch leider ist mein Mann vor zwei Jahren sehr krank geworden und letztes Jahr gestorben. Ich kann heute schon darüber reden, aber das war schon ein wahnsinniger Einschnitt. Natürlich weiß man, dass das zum Leben dazu gehört, aber wir blenden dieses Thema ja immer aus, wollen das Sterben nicht wahrhaben und können nicht damit umgehen. Und wenn jemand so krank ist, dann lebt man sehr im Augenblick, bis wirklich der Schnitt kommt. Heute würde ich Einiges anders machen.

Hat dich das nicht aus der Bahn geworfen?

Ich war erstmal zwei, drei Monate wie paralysiert. Aber aus heutiger Sicht, sehe ich auch, dass es ein Neuanfang war. Ich bin wieder auf mich zurück geworfen und dafür bin ich dankbar. All die Jahre habe ich meinem Mann den Rücken frei gehalten und mein Mann hat alles nach außen gemacht – und das war auch ok so. Natürlich sind wir immer zusammen zu den Produzenten gereist, aber die letztliche Produktauswahl, die Konzepte und die Texte hat mein Mann gemacht.

Und das hast du jetzt übernommen?

Ja – und das Schöne daran ist. Ich konnte vom ersten Tag danach an weitermachen, denn es war ja alles da. Und ich habe sowieso immer das Gefühl, er sei dabei. (sie lächelt) Die Kunden in unserem Geschäft in der Galeria Kaufhof kennen mich von Anfang an als ihre „Käsefrau“, da gab es also gar keine Änderung. Jetzt ist auch inzwischen unser Käse-Kontor mit Käseschule und Weinverkostungen fertig. Das haben wir noch gemeinsam angefangen. Jetzt hatte ich meine erste „Käsetafelrunde“. Da kommen acht bis maximal zehn Leute und wir verkosten Käse wirklich satt. Die Idee ist entstanden, weil viele Kunden gefragt haben, ob man unsere ganz besonderen Käse nicht mal in Ruhe probieren könne. Giovanni wollte das Kontor so haben, dass man sich wie die „Made im Speck“ fühlt – also alles drumherum da ist: Käse, Wein, Schinken, Salami – und alles aus handwerklicher oder bäuerlicher, ganz traditioneller Produktion. Und so ist das da jetzt.

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Bild: am gemütlichen Verkostungstisch im Kontor (mit den Überresten unseres Käsefrühstücks, die natürich noch ratzeputz verzehrt wurden)

Und man geht glücklich nach Hause :-) Wir müssen aber doch noch mal einen Schritt zurück gehen: Was hast du denn gemacht, bevor du deinen Mann kennen gelernt hast? Hattest du schon mal etwas mit Lebensmitteln oder Gastronomie zu tun?

Tatsächlich hatte ich kurz davor fünf Jahre lang ein italienisches Restaurant. Aber damals habe ich mich ehrlich gesagt mehr mit den betriebswirtschaftlichen Themen beschäftigt als mit der Lebensmittelqualität. Diese wirkliche Achtung vor den Lebensmitteln und die enge Beziehung zu den Produzenten kam erst durch meinen Mann. Aber du hattest einen Gastro-Beruf gelernt? Nein, überhaupt nicht. Ich habe ursprünglich mal ein Ingenieurstudium abgeschlossen, damals noch in der DDR. Und mit der Wende war mein Job weg. Dann habe ich als Produktionsleiterin und Dolmetscherin für Journalisten gearbeitet, da ich ganz gut Russisch spreche. Das war eine spannende Zeit, wir haben zum Beispiel Reisen zu indigenen Völkern gemacht in eine Region, in der Erdöl abgebaut wird, wo aber noch Nomaden leben, die man von von dort vertreiben möchte. Wie gesagt, das war eine spannende Zeit, aber man ist auch Schicksalen begegnet, die einem sehr ans Herz gegangen sind.

Aber man kann wirklich nicht sagen, dass du ein langweiliges Leben hattest!

Du hast aber gerade auch von der Achtung vor den Lebensmitteln gesprochen...

Ja, durch meinen Mann habe ich plötzlich ganz andere Produkte in der Hand gehabt und ganz andere Informationen darüber. Das ist mir immer ein Anliegen: Jeder Kunde, der an den Stand kommt, soll eine Wertschätzung für das Lebensmittel mitbekommen. Sei es durch die Handbewegung, wie ich es über den Tresen gebe oder über die Geschichte der Produzenten oder auch über den Geschmack beim Verkosten bei mir am Tresen. Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, dass gerade diese Käse nicht etwas sind, das man unachtsam in sich hinein futtern sollte. Sondern etwas, dass sozusagen eine Seele hat, etwas, das traditionell und mit guten Zutaten produziert wird. Wenn ich so ein Lebensmittel zu mir nehme, dann habe ich auch selbst etwas davon, tue meinem Körper etwas Gutes.

Was für ein emotionales Plädoyer! Ich muss aber nochmal nachfragen: „Die Handbewegung wie ich es über den Tisch reiche“ ???

Ja – das ist mir selbst nie so aufgefallen, bis ein Kunde mal meinem Mann sagte. „Mensch, wenn ich bei Ihrer Frau kaufe, trau ich mich fast gar nicht es zu essen. Sie reicht mir das immer so mit beiden Händen über den Tresen, wie etwas ganz Kostbares.“ Also essen sollte man die Produkte natürlich schon (sie lacht) aber in der Tat sind es doch oft Kleinigkeiten, die den Respekt vor dem Produkt zeigen. Wie behandelt man etwas, wie packte man es ein und wie gibt man es eben dem Kunden in die Hand. Dann schleicht sich auch beim Kunden ins Unterbewusstsein: Das ist etwas Besonderes.

Du kannst natürlich auch immer viel zu den Produkten erzählen. Kennst du denn die meisten Produzenten persönlich?

Ja, unbedingt, viele sind alte Freunde, aber alle habe ich mindestens einmal vor Ort gesehen. Dann erfährt man deren Geschichte, sieht auch, warum etwas so viel kostet. Oder was das Besondere an eben diesem Käse ist. Zum Beispiel unser Camembert, den es auch auf der Eat! Berlin geben wird. Den machen Francine und Patrick auf einem Bauernhof in der Basse Normandie, und ist der einzige Camembert, der alle vier Qualitäten vereint: Produktion auf einem Bauernhof, Fütterung der Kühe nur mit Kräutern und Heu, AOP-Siegel als „Camembert de Normandie“ und biologische Landwirtschaft. Man kann in der Käserei am Rand durch einen Gang gehen und durch Glasfenster hineinschauen. Sonst sind eigentlich die Käser gerne bereit einem alles zu zeigen, aber hier gibt es eben nur die Glasscheibe. Aber dann steht da plötzlich ein Korb mit Heu. Und Patrick fordert einen auf daran zu riechen und erzählt, dass die Kühe für seinen Käse eben nur Heu fressen. Wer weiß denn schon, dass daher der Name Heumilchkäse kommt – und leider die meisten Kühe eben kein Heu, sondern nur noch Kraftfutter, im schlimmsten Fall Silofutter zu fressen bekommen. Und das Futter bestimmt doch zuallererst, wie der Käse nachher schmeckt. Und wenn ich jetzt diesen Camembert in der Hand habe, dann denke ich immer an das Heu.

Dein Stand ist in der Galeria Kaufhof – bei aller Qualität der Lebensmittelprodukte dort – ist das nicht gerade der Ort, wo ich nach sehr individuellen Käsen suchen würde ...

Ach das haben wir schon oft gehört (sie lacht) Wenn mein Mann bei Käfer in München Veranstaltungen gemacht hat und die Kunden dann gehört haben, wo unsere „Zentrale“ ist, haben sie oft gefragt: „Was machen Sie denn da?“ Und ja, wir haben eine ganz besondere handwerkliche Qualität bei allen Produkten, die man eher in einer kleinen Käse-Boutique vermuten würde. Aber erstens ist ein schönes Haus und zweitens hat man dort auch viel mehr Gesprächsstoff. Wissen Sie: Leute, die immer gute Produkte kaufen, die finden überall etwas. Aber hier kann man viel mehr Leute begeistern. Und unsere langjährigen Stammkunden wissen schon, wo wir sind.

Gibt es im Verkauf nur Käse bei Dir?

Nein, aber der Käse ist schon der Schwerpunkt. Ich habe immer aktuell so 150 verschiedene aber insgesamt ist es so das Dreifache, was ich „in meiner Liste“ habe. Es gibt welche die sind immer da, so wie der „Weltmeister Gruyere“ und dieser besondere Camembert. Wir wechseln viel, mal kommen die Belgier wieder dazu, dann wieder Neues aus Frankreich, dann ein große Paket von holländischen Bauernhöfen oder von unseren italienischen Freunden oder auch mal so richtig derbe dänische Käse. Aber wir haben auch Wurst und Schinken, richtig gute Schinken zum Beispiel aus Italien und Spanien, tolle Salamis und ein bisschen Antipasti und Brotaufstriche um das Sortiment abzurunden. Und immer noch das Olivenöl aus der Ölmühle in Giovannis Dorf in der Toskana, mit dem alles angefangen hat.

Aber heute ist GIOVANNIS inicht mehr nur Italienisch?

Nein, damit hat es nur angefangen. Und es ist schon spannend, was es in Italien schon allein für unterschiedliche Produkte gibt. Ganz am Anfang hatten wir mal allein 50 verschiedene Sorten Pecorino. Aber wenn man sich richtig mit Käse beschäftigt, landet man dann automatisch irgendwann in Frankreich. Also sind auch viele richtig schöne französische Produkte dazu gekommen. Aus der Gegend um La Rochelle haben wir einen ganz besonderen Ziegenkäse, dann ist da der traumhafte Roquefort von Madame Carles, aber auch tolle Produkte aus dem Baskenland und der sensationelle Trüffel-Brie von Trente Arpents. Aus dem belgischen Hervé kommt einer meiner Lieblingskäse, das ist so ein kleiner Würfel, mit Bier gewaschen, der ist so richtig schön kräftig.

Eine Frage in „eigener“ Sache. Sind eigentlich die meisten Produzenten Männer?

Ja, nach außen sind es schon mehr Männer – aber sehr oft ist die Frau mindestens genauso ins Geschäft involviert. Das geht auf einem Bauernhof auch gar nicht anders. Aber es gibt auch ein paar Frauen. Zum Beispiel die Produzentin eines wunderbaren Maroilles in der Picardie. Da steht die Frau in der Käserei und im Laden und der Mann ist mit den Kühen unterwegs. Die beiden Töchter sind auch involviert. Die Familie hat einen wunderschönen Keller mit einem Tonnengewölbe in dem die Käse reifen. Bevor ich es vergesse: Du erwähntest vorher den „Weltmeister Gruyere“.

Wie kommt es denn zu dem Namen?

Ganz einfach, der ist mal bei einem der ganz großen internationalen Wettbewerbe, dem World Cheese Award, Sieger aller Klassen geworden. Wir waren bei Michu Spycher, dem Käser, zuhause in Wasen, kurz nachdem er von diesem Wettbewerb zurück gekommen war – und das ganze Dorf war noch ihm zu Ehren geschmückt. Und deswegen ist das eben unser Weltmeisterkäse!

Ach, es macht sehr viel Spaß Dir zuzuhören – und deine Käse sind wirklich sensationell – danke noch mal für das Verwöhnprogramm! Und mein Käse-liebender Mann bedauert nur, dass du so weit weg bist - meine Mitbringsel waren sofort vernascht.

Zu Karen Schröder-Bergs Website

Zum Culinary Ladies Event während des Eat Berlin Festivals

Beim Culinary Ladies Event auf der Eat Berlin, durch den ich Karen kennen gelernt habe, waren auch diese Ladies involviert, die ich auch schon hier auf der Website protraitiert habe.

Und Julia kommt ist in meinen Buch "Frauen an den Herd" zu finden - und, wenn sie von ihrer Weltreise zurückommt, natürich mit einem ausführlichen Bericht hier.

Nathalie Pernstich und ihre Gewürze

Regina Stigler und ihre Liebe zu Wein und Menschen

 

Und das war mein Frühstück :.) (dazu noch ein wunderbares sündhaftes Gebäck und ein kleiner Chutney) Solche Interviews liebe ich!

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Kommentare

Käte
02. Mai 2019 um 21:33 Uhr

Mein Name ist Käte, ich komme aus München, aber ich ziehe mit meinem Mann nach Schottland. Ich möchte diese gute Nachricht aus meinem Leben mit allen und mit denen teilen, die in ihrem Leben Hilfe brauchen. Ich litt sechs Jahre lang, mein Mann verließ mich und nahm eine andere Frau mit, nur weil seine Familie mich nicht liebte, und weil ich ihm kein Baby geben konnte, weinte ich sieben Jahre, weil mein Mann sich scheiden ließ. Ich war auf der Suche nach dem Zauber, durch den Cloud mir online geholfen habe. Ich habe so viele Magier getroffen. Alle haben Geld gesammelt, ohne mir zu helfen. Am 6. April 2019 sah ich einen Beitrag eines guten Magiers namens Drigbinovia. Ich muss den Mut aufbringen und ihn versuchen, also kontaktiere ich ihn, als ich ihn kontaktierte, sagte er mir, dass mein Problem gelöst worden sei, weil ich ihn kontaktiert hatte, ich erzähle ihm von meinem Eheproblem und er gab mir ein Versprechen, mir zu helfen Ehemann zurück. Drigbinovia wies mich an und zeigte mir, was ich tun sollte. Ich folge allen Anweisungen und mache, was er nach drei Tagen tun sollte. Er sagte mir, mein Mann werde mich anrufen, bevor ich an diesem Tag schlafe und mich entschuldige. Sobald er mir alles erzählte, rief mich mein Mann an und bat mich, ihn nach sechs Jahren Scheidung zurückzunehmen. Heute teile ich diese Nachricht, weil ich möchte, dass die Welt es weiß und es ein guter Job ist. Ich bin auch sehr froh, jetzt nach meiner Schwangerschaft schwanger zu sein und für diejenigen, die Hilfe benötigen, Ihren Divocer, nennen Sie es, kontaktieren Sie Drigbinovia noch heute Lösen Sie Ihr Problem hier ist sein E-mai doctorigbinovia93@gmail.com oder WhatsApp ihn über +2348144480786 Ich verspreche Ihnen, dass Ihr gesamtes Problem gelöst werden wird