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Isarfräulein zurück

19. Dezember 2018

München - Das „Isarfräulein“ habe ich entdeckt, als ich mit einer Freundin am Isarhochufer (also natürlich in München) spazieren gegangen bin – und ich habe mich sofort ein wenig verliebt. Denn das Kiosk-Café ist ziemlich genau so, wie man sich das vorstellt, wenn man irgendwann davon geträumt hat, ein eigenes kleines Café zu eröffnen, das aber irgendwie anders sein soll. Gemütlich, originell, eine ganz gemischte Kundschaft. Dass so ein Traum funktionieren kann, wenn man viel Herzblut reinsteckt, davon erzählt mir Isarfräulein Andrea Hummel. 

Wie bist Du zum Isarfräulein gekommen?

Das war wirklich schon sehr lange so eine „Spinnerei“ von mir: Wenn ich „einmal groß bin“, möchte ich mein eigenes Café haben. Und obwohl mir das immer im Kopf herumspukte, habe ich erstmal eine Ausbildung zur Werbekauffrau gemacht, BWL studiert und dann in der Unternehmensberatung gearbeitet. Irgendwann war ich damit dann nicht mehr 100 %-ig glücklich und schaute mich nach einer neuen Herausforderung im Bereich Marketing um. Aber noch hatte sich in dem Bereich nicht das Richtige ergeben, als meine Schwester mir von dieser Lokation hier erzählte, deren damaligen Besitzer sie kannte.

War das damals schon ein Café? 

ein, gar nicht. Es war vorher ein typisches Bahnhofsstüberl (der Kiosk liegt direkt am ehemaligen Staatsbahnhof von Großhesselohe) und zu dem Zeitpunkt, als mir meine Schwester davon erzählt hatte, auch nur noch unregelmäßig geöffnet. Dementsprechend sah es auch ziemlich wild aus. Aber ich hatte mich auf Anhieb verliebt und für mich war klar, dass man hier einen wundervollen Ort schaffen könnte. Allerdings fiel es dem Vorbesitzer noch schwer, sich zu trennen.

Hast du dir in der Zwischenzeit nicht noch andere Möglichkeiten angeschaut?

Doch, zum Beispiel in der Augustenstraße in Schwabing. Aber zum einen sind die Mieten dort utopisch hoch, zum anderen kommen entsprechende Ablösen hinzu. Und dann bist du „nur“ ein Café von vielen in der Reihe. So kann es dort auch lange dauern, ehe man sich etabliert hat.

Was hättest du denn gemacht, wenn es hier nicht geklappt hätte?

Dann hätte ich wahrscheinlich weiter nach einer Marketing-Stelle gesucht. Aber ich wusste: Der Ort hier ist etwas Besonderes. Und ich hatte eine ganz gute Vision, wie es aussehen könnte, wenn der ganze Krempel erst mal weg wäre.

Wie hat es denn dann noch funktioniert?

Naja, der Vorbesitzer wollte nun zwar abgeben, ist jedoch leider verstorben und alles ging in den Nachlass. Erst ein gutes halbes Jahr später, konnte ich mich dann stolze Inhaberin des zukünftigen Isarfräuleins nennen.

Aber es lohnt sich schon auf das richtige Projekt zu warten?

Auf alle Fälle. Deswegen habe ich immer klar gesagt: Entweder probiere ich es hier oder ich lasse es. Denn ich wollte ja nicht auf Biegen und Brechen ein Café aufmachen und dann nach zwei Jahren hoch verschuldet sein. Natürlich hatte ich auch meine Zweifel… habe überlegt, ob ich wirklich meine sicher Stelle wirklich aufgeben soll… aber diese Achterbahnfahrt der Gefühle gehört wohl einfach dazu. Schlussendlich wusste ich: Hier ist der richtige Platz für mein Herzensprojekt.

Hat dir dein BWL-Studium und deine Berufserfahrung in der Unternehmensberatung bei der Gründung genützt?

Auf jeden Fall. Es schadet nicht von Buchhaltung, Controlling und Marketing schon mal was gehört zu haben. Aber leidenschaftlich und gut zu backen, ist natürlich auch nicht verkehrt. Ich hatte vorher nie in der Gastronomie gearbeitet – außer mal im Service gejobbt. Es ist wichtig, das richtige Konzept zu entwickeln. Dazu gehören im Isarfräulein – neben dem kunterbunten Mix aus Alt und Neu – auf jeden Fall der neapolitanische Kaffee und die hausgemachten Kuchen. Wir backen alles selbst und auch unsere kleinen Gerichte sind mit viel Liebe hausgemacht.

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Preise Stand Herbst 2018

Wer ist wir?

Neben mir als Besitzerin, bekomme ich Unterstützung von zwei festangestellten Kolleginnen und vielen fleißigen Aushilfen. Und auch mein Mann darf ran und ab und an handwerkliche Tätigkeiten übernehmen. Backen muss er aber nicht (sie lacht).

Ihr habt 2015 eröffnet – läuft es gut?

Wir sind wirklich sehr happy, dass unser Konzept so gut angenommen wird. Im Sommer und an schönen Tagen machen es sich unsere Gäste im Biergarten gemütlich, aber auch im Herbst und Winter kann es mal das Wochenende des Jahres werden, wenn die letzten Sonnenstrahlen des Jahres ins Freie locken. Im Winter gibt es dann Glühwein und Punsch und hausgemachte Lebkuchen - da ist dann auch innen richtig heimelig. Nur Regen tut dem Geschäft nicht so gut.

Auf der Website habe ich gelesen, dass ihr sogar Veranstaltungen macht?

Ja, von Kindergeburtstagen, Brunch oder Kaffeekränzchen bis zum 80. Geburtstag und sogar Hochzeiten, war schon alles mit dabei.

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Hochzeiten, ist das nicht wahnsinnig aufwändig?

Ja, klar. Feiern neben dem operativen Geschäft sind natürlich immer aufwändig, machen aber auch großen Spaß. Vor allem aber die Hochzeiten sind für uns etwas ganz Besonderes. Mal ganz klassisch zu Kaffee und Kuchen, mal mit hausgemachten Canapés, bayrische Schmankerl und Party bis in die Nacht.

Es lohnt sich also immer mal nachzufragen, wenn man eine originelle Eventlocation für 20-50 Personen in München sucht.

Und was es sonst so gibt von Mittwoch bis Sonntag von 11 – 17 Uhr (Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit):Hier ein Ausschnitt aus der Speisekarte

Was Herzhaftes

Geröstetes Bauernbrot mit Bergkäs‘ und Speck 4,00 €

Gegrillter Schinken-Käse-Toast 3,00 €

Ein Paar Wiener mit Brez´n 3,70 €

Gegrillte Teigtaschen mi unterschiedlichen Füllungen 4,00 €

Brez`n 0,90 €

Butterbrez`n 1,70 €

Was Süßes

Hausgemachter Kuchen 3,10 €

Griechischer Joghurt mit hausgemachter Marmelade, Knuspermüsli & Früchten 3,90 €

Hausgemachtes Birchermüsli mit Früchten 3,90 €

Hausgemachte Cookies 2,00 €

Buttercroissant 1,80 €

Franzbrötchen 2,50 €

Hausgemachtes Eis von "Hitzefrei" 2,80 €

 

Isarfräulein - Kiosk am Hochufer

Bahnhofplatz 3 82049 Pullach im Isartal / Großhesselohe

www.isarfraeulein.de

Bildrechte: Portrait Andrea Hummel. Copyright Dominik Gigler, alle anderen: Isarfräulein oder Stephanie Bräuer

Isarfraulein-Kuchenbuffet.JPGIsarfraeulein-03Juli2015-120_klein.jpgDas könnte Sie auch interessieren

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Kommentare

Regina
23. Dezember 2018 um 08:56 Uhr

Ein ganz wunderbares Kaffee und ein ganz wunderbarer Spaziergang mit der Autorin :-)
Beides sehr zu empfehlen!