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leadingladies

Jung und richtig gut zurück

14. Dezember 2018

Frauen sollten ihre Zukunft mit großen Ehrgeiz planen und dabei nie vergessen, ihr Leben zu genießen (Maja Lindahl)

Sie ist 24 Jahre alt und Eventmanagerin eines Unternehmens, das vor 11 Jahren gegründet wurde und letztes Jahr für 63 Millionen an einen Investor verkauft wurde (wobei der Gründer von Lakrids, Johan Bülow, noch immer mit fast einem Viertel beteiligt und kreativer Kopf und Aushängeschild von Lakrids geblieben ist). Ich habe Maja Lindahl auf einer Pressereise zum Firmensitz nach Kopenhagen getroffen – und sie natürlich gleich für die Culinary Ladies „verhaftet“. Wenn auch in einem anderen Land, finde ich Maja ein wunderbares Beispiel dafür, was man mit Wissen und Zielstrebigkeit in einem aufgeschlossenen Unternehmen erreichen kann. Und was man als junge Frau trotzdem manchmal beachten muss.

Wer übrigens mehr über Lakrids erfahren möchte, findet am Ende dieses Interviews auch einen Link zu einem Artikel, den ich für worldsoffood geschrieben habe. Ist das jetzt Werbung? Ja ich war auf der Pressereise, hiermit also gekennzeichnet

Maja, wie kommt man so jung zu einer solchen Position?

10 Tage nach meiner Graduation wurde mir diese Position als Eventmanager oder „Head of Events“ angeboten. Und auch wenn das natürlich nach einer sehr schnellen Entwicklung klingt, ich hatte zu diesem Zeitpunkt ja schon jahrelang mit der Firma gearbeitet, wusste viel über die Marke – und habe die Aufgabe natürlich gerne übernommen. Als Skandinavierin kannte ich die Geschichte von Johan Bülow schon seit 10 Jahren, bin also quasi mit ihr aufgewachsen. Dass ich das Pflichtpraktikum während meines Wirtschafts-Studiums bei Lakrids machen wollte, war mir immer klar. Und da ich mich schon ein Jahr vorher beworben hatte, habe ich den Job auch wirklich bekommen und wurde als Event Assistant eingestellt. Nach einem Auslandsaufenthalt und nachdem ich mit dem Studium fertig war, hab’ ich zunächst nochmal ein Praktikum gemacht und dann Vollzeit hier gearbeitet, während ich gleichzeitig meine Bachelorarbeit geschrieben habe. So schnell war es also doch nicht.

Lakrids wächst noch immer relativ schnell. Betrifft das auch deinen Bereich?

Oh ja, dies Firma entwickelt sich ständig weiter. Wir haben schon so viele tolle Projekt und Events gehabt, hier in Dänemark aber auch international. Wir sind auf allen Messen in Skandinavien und in Amsterdam. Und in Skandinavien veranstalten wir auch Festivals mit Lakrids und Schokolade für Endverbraucher. Geht ihr auch auf Messen in Deutschland? Ja, auf die Premium und auf die Ambiente denn unsere Marke steht ja für Lifestyle High Quality.

Du leitest ein Team?

Ja, ich bin die Managerin und dann habe ich zwei Mitarbeiter für die Event-Koordination und einen für alle Events hier.

Ich habe das Gefühl, dass insgesamt viele junge Leute hier arbeiten?

Ja, die ganze Firma ist sehr jung, viele junge kreative Seelen. Aber wir haben auch viele erfahrene Menschen dabei wie Tage (Produktionsleiter bei Lakrids). Er mag von einer anderen Generation sein, aber seine Erfahrung und sein Wissen über Lakritze im Besondern und die gesamte Food-Industrie sind enorm wichtig für die Firma.

Haben dich Leute auch schon mal nicht ernst genommen, weil du jung und eine Frau bist?

Ach, das passiert ständig. Mit dem Geschlecht hat es weniger zu tun, aber tatsächlich mit meinem Alter. Wenn wir hier Gäste haben oder ich international unterwegs bin, treffe ich oft auf Gruppen von Männer, die alle in hohen Positionen arbeiten – und anfangs ist das manchmal schon eine Herausforderung. Aber nach einer Weile spielt es auch für sie gar keine Rolle mehr. Es kommt ja auch darauf an, wie man Leuten gegenübertritt. Behandele ich sie respektvoll, dann kommt das meistens auch zurück. Und wenn ich wirklich mal auf einen Mann treffe, der sehr reserviert und/oder dominant auftritt, muss ich nur sachlich und stark bleiben, in dem was ich sage, dann geht es schon. (kleine Anmerkung; irgendwie gibt es kein gutes Wort um in diesem Fall „stark“ zu übersetzen, denn genau darum geht es „stark“ bleiben)

Ich kann mich erinnern, dass ich als ich selbst so 26 war und damals als Pressesprecherin für einen TV-Sender oft mit deutlich älteren männlichen Journalisten zu tun hatte, habe ich mir manchmal eine Fake-Brille aufgesetzt, nur damit ich seriöser wirke.

(sie lacht) Das stimmt schon, wie du dich anziehst, wie du sprichst, hat doch Einfluss auf dein Gegenüber. Wenn ich einen internationalen Event oder eine Pressetour habe, dann ziehe ich mich natürlich sehr konservativ an, schon damit ich etwas älter wirke.

Das gilt natürlich für Männer genauso, aber sie haben es leichter: Sie tragen einfach einen Anzug.

Stimmt als Frau muss man sich das mehr überlegen. Und manchmal würde ich auch gerne zeigen: Ich kann den Job auch, wenn ich ein enges Kleid anziehe.

Wie sehen denn deine weiteren Karrierepläne aus?

In ein paar Jahren möchte ich in einer Position sein, in der ich für mehr Leute verantwortlich bin. Aktuell ist es hier jeden Tag eine Herausforderung und ich merke, dass ich mich wirklich täglich weiter entwickle. Gleichzeitig bin ich stolz darauf, was ich bisher schon geleistet habe. Aber ich möchte schon, dass das noch weiter geht.

Ich gestehe: In Deutschland würde ich jetzt fragen: Und wenn Sie jetzt Kinder bekommen würden? Aber wir hören ja immer, dass dieses Thema in Skandinavien ganz anders behandelt wird. Ist das wirklich so?

Ich kann nur für mich sprechen und ich bin mit meinem Freund jetzt seit fünf Jahren zusammen. Sicher wollen wir irgendwann über Familie nachdenken. Aber im Moment ist mir meine Karriere wichtig. Und ich würde mich gerne auch in einer Position sehen, in der ein Mutterschaftsurlaub möglich ist. Würde ich heute Familie planen, dann könnte ich gut ersetzt werden. Das muss man eben gut planen.

Ich habe gestern gerade ein Ehepaar interviewt, das gemeinsam ein Medienunternehmen hat (und zwar wirklich gemeinsam) und dazu drei Kinder. Als ich sie gefragt habe, wie sie da gemacht haben, meinten sie: „als Team“, das fand ich sehr interessant.

Ich glaube, es geht vor allem auch darum, dass Menschen zu viel über Prioritäten nachdenken. Das ist ein Fehler. Sie fühlen sich immer schuldig, wenn sie gerade eine Sache tun, dass sie etwas anderes nicht tun. Wenn ich irgendwann meine Familie priorisiere, dann muss ich das genießen und mich nicht für jeden Moment schlecht fühlen, den ich nicht in der Firma bin und umgekehrt.

Und derzeit liebst du vor allem was du tust. Was fasziniert dich dann an Lakrids?

Für mich war Lakritze immer eine Süßigkeit oder etwas, mit dem man sich am Samstag Abend verwöhnt. Aber nachdem ich hier angefangen habe, wurde mir klar, dass man Lakritze auch als Zutat zum Essen verwenden kann. Als ich das zum ersten Mal gesehen und gekostet habe, war ich total begeistert, das fand ich wirklich revolutionär. Ich liebe es auch privat in Restaurants zu gehen oder neue Produkte zu finden. Es passt also im Moment alles perfekt zu mir.

Etwas mehr über die wirklich interessante Reise zu Lakrids in Kopenhagen habe ich, wie oben schon erwähnt, in einem Artikel auf worldsoffood.de geschrieben. Aus diesem Artikel merkt man auch meine (rein persönliche) Begeisterung für die Produkte. Deswegen möchte ich hier nochmals betonen: Ja, ich war zu dieser Pressereise eingeladen, habe aber darüber hinaus keine weiteren Absprachen (schon gar nicht in finanzieller Hinsicht) mit dem Unternehmen.

Artikel auf worlsoffood.de

Bildnachweise: Portrait Maja Lindhal und Bild 1 oben aus der Produktion: Stephanie Bräuer, Bild zwei und drei oben: Sandra Thinkalike

Die folgenden Bilder alle: SandraThinkalike

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Die mit dem Fotoapperat auf dem Bauch bin ich - man sieht einfach unheimlich hübsch aus in dieser Kleiung und beim Essen :-)))) 

Es folgen zwei Bilder von drei Gerichten, und drei Drinks, die mit Lakritz-Sirup zubereitet wurden. Die sehen nicht nur lecker aus, sie waren es auch. Der Lakrids-Sirup, richti dosiert bringt eine schöne süße Bitterkeit. 

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