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Stern für erste Inderin zurück

19. November 2018

Bangkok - Als erste Inderin überhaupt hat Garima Arora am 14. November für ihr Restaurant GAA, allerdings in der thailändischen Hauptstadt Bangkok - einen Michelin-Stern verliehen bekommen.

Die junge Köchin hat bereits in so renommierten Küchen wie der Rene Redzepis im Noma in Kopenhagen, bei Gordon Ramsay oder Kochstar Gaggan Anand, der wie sie aus Indien stammt, gearbeitet.

Aber - obwohl die junge Inderin schon früh von einem eigenen Restaurant geträumt hat, dachte sie nach der Schule, sie müsse zunächst einen „stabilen“ Beruf erlernen, studierte Medienwissenschaft und arbeitete als Journalistin. Doch dann wurde ihr, wie sie in einem Artikel des Magazin Forbes erzählt, klar, dass Küchenchef zu werden „ a young person’s game“ sei. Sie schmiss ihren Job hin und ging nach Paris an die berühmte Kochschule „Cordon Bleu“ – und blickte nie wieder zurück. Und im April ging der Traum in Erfüllung. Zusammen mit Gaggan Anand und drei weiteren Investoren eröffnete sie Anfang 2017 mit dem GAA in Bangkok ihr erstes eigenes Restaurant.

Indian-Thai-Fusion

Im Gaa kocht sie, wie sie selbst sagt, das was sie gerade lebt: eine Inderin in Thailand. Sie spielt mit den beiden Küchen, die zwar, was die Produkte betrifft, viele Ähnlichkeiten haben, sich aber in der Zubereitung deutlich unterscheiden. Ihre Küche wird auch als „Modern Eclectic Cuisine“ beschrieben, weil sie die Techniken, die sie auf der ganzen Welt gelernt hat auf lokale Produkte anwendet und damit etwas ganz eigenes kreiert.

Das Restaurant Gaa möchte den Reichtum und die Vielfältigkeit an Produkten seines Landes und des einzigartigen Augenblicks der Gegenwart reflektieren. In einem eigenen Raum (einer Art Labor), in dem es vor allem um Fermentation geht, erforscht das Gaa-Team die Möglichkeiten durch die Kombination von Handwerk und Wissenschaft neue Geschmackserlebnisse zu kreiieren.

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Kleine Schweinerippe

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Mais mit Maismilch

Köche und Köchinnen vor den gleichen Herausforderungen

Vom Indischen Forbes Magazin wurde Garima Arora gerade gefragt, welche Schwierigkeiten sie als Frau in der Branche auf ihrem Weg nach oben hatte, und antwortet – ähnlich übrigens viele ihrer Kolleginnen. „Da ich kein Mann bin, kann ich das nicht sagen.“ Und sie fährt fort, dass Köche - egal ob männlich oder weiblich – mit denselben Herausforderungen zu kämpfen haben: lange, nicht gerade familienfreundliche Stunden und, bei einer Selbstständigkeit, natürlich immer auch ein großes finanzielles Risiko. Das sich dann aber zu 1000 Prozent lohnt, wenn die Gäste glücklich sind – und natürlich, wenn es so gut läuft wie seit eineinhalb Jahren im GAA – jetzt gekrönt von einem Michelin Stern.

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Und übrigens: Das Team im GAA ist aber ohnehin „certainly estrogen-driven“ wie es die Facebook-Seite des Restaurants augenzwinkernd zum Bild hier verrät. Und außerdem kommen die Mitarbeiter aus der ganzen Welt – von Indien über Bolivien und Mexiko bis zu den Philippinen. Dem GAA-Team kommt es eben darauf an, gute Leute zu finden und niemanden wegen seines Geschlechts oder seiner Herkunft zu diskriminieren, wie sie mir auf meine Nachfrage zum Frauenüberschuss auf dem Bild bestätigen. So soll es sein :.)

Da ich das Gaa leider noch nicht persönlich besuchen konnte, gründet dieser Artikel auf Presseinformationen des Gaa und dem erwähnten Interview in der Indian Forbes (auf englisch), das man hier findet.

Mehr zum Restaurant

www.gaabkk.com

Alle Bildnachweise: Restaurant Gaa, Teambild: Restaurant Gaa, Facebook

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